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Deutsche Computerpioniere



Deutsche Computerpioniere

Hier stellen wir Ihnen ein Projekt zu deutschen Computerpionieren vor, das Schüler der 10. Klasse 2014 im Rahmen des Profilunterrichts erstellt haben.
Eine Vollständigkeit wurde nicht angestrebt. Es werden die Wegbereiter vorgestellt, die Konrad Zuse in Form von Kreidezeichnungen dargestellt hat.
Wir möchten ganz herzlich Herrn Dr. F. Genser aus Düsseldorf danken. Er hat uns die Bilder zur Verfügung gestellt. Ihn verbindet eine jahrelange Freundschaft mit KONRAD ZUSE, so konnte er uns unsagbar viele Geschichten über Computerlegenden erzählen.

Empfehlen möchten wir seine Bücher, die schon mehrfach, auch in Österreich, ausgezeichnet wurden:

Verlag Superbrain Düsseldorf






Gottfried Wilhelm Leibniz


geb. 1. Juli 1646 in Leipzig gest. 14. November 1716 in Hannover




Er, GOTTFRIED WILHELM LEIBNITZ, ist der geistige Urvater der Informatik. Ihm verdanken wir die Infinitesimalrechnung, welche er CALCULUS nannte. KONRAD ZUSE bezeichnet LEIBNIZ als „ Einen der Pioniere des Rechenmaschinenbaues". Dieser konstruiert eine Vier-Spezies-Rechenmaschine. Damit wird der wissenschaftlichen Welt das Dualsystem als mathematisches Werkzeug und als Basis für die Schaltalgebra moderner Rechenautomaten erschlossen. LEIBNIZ entwarf Pläne für eine dual arbeitende Rechenmaschine, die aber nicht zur Ausführung kamen. Die Zeit war noch nicht reif für seine technischen Visionen.




Konrad Zuse


geb. 22. Juni 1910 in Berlin gest. 18. Dezember 1995 in Hünfeld





Übersteigen die Ideen eines Menschen den Horizont seiner Zeit, dann kann es geschehen, dass ein Patentvorschlag, unter den prinzipiell alle Computer fallen, im Jahre 1941 eingereicht wird und nach einem 26 jährigen Patentstreit Anerkennung erfährt. Der Antragsteller erhielt schließlich die Nachricht : „Die Neuheit wird anerkannt. Die Fortschrittlichkeit wird anerkannt. Die Erfindungshöhe wird NICHT anerkannt!“. Dies widerfährt dem genialen Erfinder und Künstler KONRAD ZUSE. Er, der weltweit den ersten Computer, den ersten Prozessrechner, den ersten Pipelinerechner und die erste, algorithmische Programmiersprache „Plankalkül" erfunden hat!




Helmut Theodor Schreyer


geb. 4. Juli 1912 in Selben gest. 12. Dezember 1984 in Sao Paulo





Ein enger Freund und zugleich tätiger Helfer ZUSEs, der beim Bau der ersten Zuse Rechner intensiv mitwirkte, allen (nicht nur kriegsbedingten) Widerwärtigkeiten zum Trotz, war HELMUT THEODOR SCHREYER. Ab 1941 beschäftigte sich dieser, in Berlin, mit den Vorarbeiten für das Versuchsmodell eines Elektronenrechners, welches die Funktionstüchtigkeit des gewählten Konstruktionsprinzips beweisen sollte. Im Jahr 1944 ist dieser Beweis erbracht. Die Anlage bleibt zwar von den Bomben verschont und kann im April 1945 noch nach Göttingen ausgelagert werden, dort verliert sich die Spur des Modells in den Nachkriegswirren. SCHREYER resigniert, sieht in Deutschland für seine Erfindung keine Zukunft mehr und wandert 1949 nach Brasilien aus.




Gerhard Dirks


geb. 21. Juni 1910 gest. 2. Februar 1990 in San Jose (Kalifornien)





GERHARD DIRKS liefert das Beispiel einer erstaunlichen Vielseitigkeit. Der studierte Betriebswirt und Jurist erschließt sich autodidaktisch die Konstruktion von Büromaschinen und das Fachgebiet Elektrik/Elektronik. Der Gedanke, magnetisierte Schichten als Informationsträger zu verwenden ist nicht neu. Die bedeutende Neuerung bei den Vorschlägen von DIRKS ist das Takt-Spurkonzept der rotierenden Speicherplatte (Floppy Disk/Diskette) und Magnetspeichertrommeln. In weiteren Patentanmeldungen sind beschrieben : der Matrixdrucker, die Magnetkontenkarte, die Bild-fernübertragung, der fotoelektrische Zeichenleser u.v.a.m..




Heinrich Seifers


geb. 16. April 1908 in München gest. 19. August 1983 in München





Als Regierungs- und Kulturrat im Flurbereinigungsamt ist er auch Vorsitzender von Flurbereinigungs-Genossenschaften. Ein großes Problem stellen die mit der Neuvermessung zu bewältigenden Datenströme und ihre Verarbeitung dar. Nachrichten aus den USA über die Computerentwicklung bringen ihn 1952 auf den Gedanken des Spezial-Relais-Rechners SM 1 für die Vermessung und Flurbereinigung zu bauen. KONRAD ZUSE wird auf ihn aufmerksam und gewinnt ihn als Freien Mitarbeiter der Zuse KG für die Entwicklung des ersten industriell und in Serie gefertigten Rechners in Deutschland, des Relais-Rechen-Automaten Zuse Z 11.




Hans-Joachim Dreyer


geb. 1. Juni 1914 gest. 4. Oktober 1980 in Stuttgart





Ein Leben im Schatten der großen Persönlichkeit: ALWIN WALTHER - still und bescheiden, aber mit unglaublicher Energie seinen Visionen von programmgesteuerten Rechenautomaten folgend. Er bringt den Mut und die Kraft auf, trotz schwerer (unverschuldeter) Niederlagen unbeirrt seinen Weg zu gehen. Seine Arbeit nimmt ihn so gefangen, dass ihm nur wenig Zeit für Selbstdarstellungen bleibt, doch die Fachwelt kennt und schätzt ihn.
Resultat seiner Arbeit: Die Darmstädter Elektronische Rechenanlage „DERA“ und der ELEKTRONENRECHNER 56 ( ER 56 ).




Heinz Nixdorf


geb. 9. April 1925 in Paderborn gest. 17.März 1986 in Hannover





Geschäftsideen sind gefragt, wenn revolutionäre Erfindungen in der Wirtschaft wirksam werden sollen. Welche Fülle kühner Ideen dieser Art ein Mensch in seinem Leben haben und umsetzen kann, das beweist in Deutschland der Weg des Pionierunternehmers HEINZ NIXDORF. Als Physikstudent im 9. Semester sieht er im Jahre 1952 eine Chance der Art, die man entweder sofort oder gar nicht nutzen kann. Kurz entschlossen bricht er sein Studium ab und wird Unternehmer. Nahezu aus dem Nichts heraus, baut HEINZ NIXDORF die größte Computerfertigung Deutschlands mit einem Umsatz von fast vier Milliarden DM pro Jahr auf.




Heinz Zemanek


geb. 1. Januar 1920 in Wien





Als HEINZ ZEMANEK auf einem EDV-Symposium 1955 in Darmstadt von seinen Wiener Computerplänen berichtet, meint er „ Ein Wirbelwind könne es nicht werden, aber auf ein Wiener Mailüfterl sollte es reichen." - mit Anspielung auf die amerikanischen Großrechner-Entwicklungen. Völlig überflüßig wäre eigentlich der Hinweis auf den Standort der Anlage. Das kann selbstverständlich nur Wien sein, wo der David MAILÜFTERL gegen den Goliath WHIRLWIND im wirtschaftlichen Wettbewerb antritt - als einer der ersten, volltransistorierten Rechenanlagen in Europa.




Heinz Billing


geb. 7. April in Salzwedel





Erfinder sind in Deutschland in den ersten Nachkriegsjahren wenig gefragt. Mittel für die Forschung fließen spärlich. HEINZ BILLING resigniert und folgt dem Ruf der Universität Sydney / Australien, um dort einen Rechenautomaten mit Magnettrommel
(„Rechenmaschine mit Magnetophonspeicher") bauen zu können, mit dessen Vorarbeiten er schon in Deutschland begonnen hat. Doch nach der Währungsreform 1949 bessern sich die Arbeitsbedingungen in der alten Heimat. Er kommt zurück und unter seiner Leitung entsteht die Familie der Göttinger Rechenautomaten G 1 bis G 3.




Nicolaus Joachim Lehmann


geb. 15. März in Camina/Sachsen gest. 27.Juni 1998 in Dresden




Bereits 1948 beginnt er als Assistent an der TH Dresden über den Bau eines elektronischen Rechenautomaten nachzudenken. Erfolgreiche, erste Experimente bilden die Basis für die schrittweise Entwicklung der Dresdener Rechnerfamilie D1 bis D4a. Nicht nur die Prototypen D 1 und D 2 finden internationale Beachtung. Von besonderer Bedeutung für die Wirtschaft in Ostdeutschland wird schließlich die Serienfertigung des Rechnertyps daro Cellatron C 8205, welcher in hoher Auflage durch den VEB Büromaschinenwerk Zella-Mehlis gefertigt wurde. Seine Schaltungslogik und leistungsstarke Speichertrommel gründet sich auf N.J. LEHMANNS Rechner D 4 a.




Wilhelm Kämmerer


geb. 23. Juli in Bündigen/Hessen gest. 15. August 1994 in Jena




Der Mathematiker WILHELM KÄMMERER entgeht dem ersten, materiellen und personellen Aderlass der Zeißwerke in Jena, als die amerikanische Besatzungsmacht im Sommer 1945 in Richtung Westen abzieht. Dem zweiten, durch die Sowjets im Herbst 1946 in Richtung Osten, entgeht er nicht. Im November 1953 kehrt KÄMMERER endlich wieder in die Heimat zurück. 1956 beginnt er mit der Konstruktion des ersten in Serie gefertigten Rechenautomaten in der DDR. Im Früjahr 1960 wird das Funktionsmuster des ZRA 1 auf der Leipziger Frühjahrsmesse gezeigt und der Bau und die Auslieferung von insgesamt 33 Geräten kann beginnen.




Herbert Kortum


geb. 15. September 1907 in Geltig gest. 28. September 1979 in Jena




Der Physiker und Leiter eines Entwicklungsbüros in den Zeiß-Werken Jena hat 1944 die Idee, einen programmgesteurten Optik-Rechenautomaten (OPREMA) zu bauen. Der Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945 und seine Zwangsverpflichtung 1946 für sieben Jahre in die Sowjetunion lassen das Vorhaben ruhen. Nach der Rückkehr in die Heimat, wird unter seiner Leitung in nur 7 ½ Monaten der erste funktionstüchtige, programmgesteuerte Zwillings-Rechenautomat in der DDR geplant, konstruiert und gebaut. 1963 können die Optik-Rechenprogramme vom Rechenautomaten ZRA1 übernommen werden.




Friedrich L. Bauer


geb. 10. Juni 1924 in Regensburg




Dieser, in Strukturfragen der Mathematik weltweit anerkannte Fachmann, hat maßgeblich das Profil der neuen Wissenschaft „Informatik" mitbestimmt. Im Gegensatz zu ZUSE, der sich mit seinem Plankalkül auf fiktive Maschinen und die Fiktion eines Supergehirns bezieht, orientiert FRIEDRICH L. BAUER sich an den Bedingungen konkreter elektronischer Automaten, wie er sie auf seiner Studienreise 1947 in den USA kennen gelernt hat. Es besteht aber kein Zweifel, dass grundlegende Ideen aus dem Plankalkül in seine Überlegungen eingeflossen sind. BAUER ist maßgeblich an der Entwicklung der maschinenunabhängigen Programmiersprache ALGOL beteiligt.




Theodor Fromme


geb. 11. September 1908 in Lübeck gest. 21. November 1959 in Lübeck




Ein Leben lang lernen! Den Problemen bis auf den Grund gehen! Zusammenhänge durchschauen! Das sind seine Lebensmaximen, verbunden mit dem unbändigen Willen, die Grenzen des aktuellen menschlichen Wissens zu erreichen und womöglich auch zu überschreiten. In der Zeiß-Stadt Jena lernt THEODOR FROMME von der Pieke auf das Optik-Handwerk, befasst sich in Berlin mit Elektronenmikroskopen, untersucht die Systemregelung biologischer Systeme, um schließlich als Schöpfer des legendären Rechenmaschinen-Entwurfs der MINIMA
(ZUSE Z 22) und Partner von KONRAD ZUSE, einer der deutschen EDV-Pioniere, zu werden.




Fritz-Rudolf Güntsch


geb. 27. September 1925 in Berlin gest. 8. Januar 2012 in Brandenburg an der Havel




Der theoretische Physiker FRITZ- RUDOLF GÜNTSCH verschreibt sich schon während seines Studiums (1951) einem ganz neuen, vielfach noch als esoterisch angesehenen, Arbeitsgebiet. Seine hervorragenden Leistungen bei der Konzeption neuartiger Rechnerstrukturen und deren praktischer Hard- und Softwarerealisierung, sowie beim Aufbau industrieller Kapazitäten für Forschung, Entwicklung und Vertrieb von Rechenanlagen als auch komplexer Anwendungssystem, bilden eine ausgezeichnete Erfahrungsbasis für seine langjährige Tätigkeit als Ministerialdirigent im Ministerium für Verteidigung und als Ministerialdirektor im Ministerium für Forschung und Technologie.




Wilfried de Beauclair


geb. 4. April 1912 in Ascona/Schweiz




Aus der guten Schule eines ALWIN WALTHER im Institut für Praktische Mathematik der Technischen Hochschule Darmstadt hervorgegangen, konstruiert er Analogrechner und Integraphen. Dieser EDV-Pionier gehört bereits zu dem Team, welches während des Krieges in Darmstadt mit dem Bau eines digitalen Rechenautomaten beginnt, der dann durch Bomben zerstört wird. Mit tiefgründiger Sachkenntnis, viel Engagement und schriftstellerischem Können entwickelt er sich nach dem Kriege zu DEM Historiker der frühen deutschen Computergeschichte.




Robert Piloty


geb. 6. JUNI 1924 gest. 21.Januar 2013





Wenn der Name PERM (Programmgesteuerter Elektronischer Rechenautomat München), welcher unter der Leitung von ROBERT PILOTY an der TH München entwickelten Anlage von seinen Zeitgenossen ironisch mit „Pilotys erstes Rechen-Monster" übersetzt wird, dann klingt wohl auch ein gewisser Respekt vor der großen Leistung mit an. Als Vorbild dienten die J. VON NEUMANN`schen IAS-Maschinen und der Whirlwind-Rechner des MIT zugrunde liegenden Parallelrechner-Konzepts. Der Bau der Anlage erfolgte in der Zeit von 1949 bis 1955 und ist damit eine der ersten in Bayern gebauten Rechenanlagen.




Wolfgang Händler


geb. 11. Dezember 1920 in Potsdam gest. 1998





Zu Kriegsende muss WOLFGANG HÄNDLER sein Studium des Schiffsmaschinenbaus und der Schiffselektronik aufgeben. Er wechselt die Fachrichtung und schließt in den Nachkriegsjahren als Physiker und Mathematiker ab. Unter seiner Projektleitung von 1957-1959 wird bei der Firma TELEFUNKEN der erste europäische Großrechner TR 4 entwickelt und gebaut. Die ausgewogene und zugleich fortschrittliche Rechnerarchitektur ist insbesondere die Leistung von WOLFGANG HÄNDLER. In seinem Labor arbeitete damals auch OTTO MÜLLER, der Schöpfer des kleinen TELEFUNKEN-Rechners TR 10 und des Magnetkontencomputers NIXDORF 820.



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